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Schädel-Hirn- & Wirbelsäulentrauma

Akutes Subduralhämatom

Ein akutes Subduralhämatom (aSDH) ist eine Blutansammlung im Raum zwischen der Dura mater und der Arachnoidea, die sich innerhalb der ersten Tage nach der Verletzung bildet. Es entwickelt sich in der Regel nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, geht häufig mit einer zugrunde liegenden Hirnschädigung einher und kann eine rasche Diagnose und chirurgische Behandlung erforderlich machen.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-07

Definition

Ein Subduralhämatom ist eine Blutansammlung im Subduralraum zwischen der Dura mater und der Arachnoidea und wird nach dem zeitlichen Verlauf in akut (0-3 Tage), subakut (3-21 Tage) und chronisch (mehr als 21 Tage) eingeteilt. Ein akutes Subduralhämatom ist die Form, die kurz nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma entsteht. Es entsteht meist durch das Zerreißen der Brückenvenen, die die Hirnoberfläche mit dem Kortex verbinden, oder durch eine Blutung innerhalb eines Bereichs kortikaler Kontusion. Es macht einen erheblichen Anteil aller traumatischen intrakraniellen Hämatome aus.

Ursachen und Risikofaktoren

Der häufigste Mechanismus ist eine Beschleunigungs-Verzögerungs-Verletzung; Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe und direkte Schläge sind typisch. Bei älteren Menschen mit Hirnatrophie sind die Brückenvenen gedehnt und brüchig, sodass schon ein relativ geringes Trauma eine Blutung verursachen kann. Patienten, die blutverdünnende (gerinnungshemmende) oder thrombozytenhemmende Medikamente einnehmen, tragen ein höheres Risiko. Ein akutes Subduralhämatom geht häufig mit einer Hirnkontusion, einer diffusen axonalen Schädigung und einer Hirnschwellung einher.

Symptome

Die Symptome hängen von der Größe der Blutung und der begleitenden Hirnschädigung ab. Sie können Kopfschmerzen, Verwirrtheit und eine fortschreitend zunehmende Bewusstseinstrübung, eine Schwäche einer Körperhälfte, Sprachstörungen und Krampfanfälle umfassen. Große Hämatome können rasch eine Mittellinienverlagerung und eine Verschiebung von Hirngewebe (Herniation) verursachen; daraufhin können eine Pupillenerweiterung, eine Schwäche der Gegenseite und Bewusstlosigkeit auftreten. Schwere Fälle können sich als Notfall darstellen.

Diagnose

Die kraniale Computertomographie (CT) ist die Untersuchung der ersten Wahl. Im CT erscheint ein akutes Subduralhämatom typischerweise als sichelförmige hyperdense Ansammlung, die der Wölbung des Gehirns folgt und im Gegensatz zu einem Epiduralhämatom Schädelnähte überschreiten kann. Die Mittellinienverlagerung ist oft ausgeprägter als die Dicke des Hämatoms, da das begleitende Ödem und die Kontusion zum Masseneffekt beitragen. In der subakuten Phase kann das Hämatom dieselbe Dichte wie das Hirngewebe aufweisen (isodens); indirekte Zeichen und bei Bedarf die Magnetresonanztomographie (MRT) unterstützen dann die Diagnose.

Behandlungsoptionen

Akute Subduralhämatome von erheblicher Dicke, die eine Mittellinienverlagerung verursachen oder zu einer neurologischen Verschlechterung führen, erfordern eine dringende Operation. Über eine Kraniotomie wird die Dura eröffnet, das Hämatom entleert und die Blutungsquellen kontrolliert. Liegt eine begleitende ausgedehnte Hirnschwellung mit Herniationsgefahr vor, kann eine dekompressive Kraniektomie (vorübergehende Entfernung des Knochendeckels) durchgeführt werden; der Knochen wird später durch eine Kranioplastik wieder eingesetzt. Bei kleinen, neurologisch stabilen Patienten können eine engmaschige Überwachung auf der Intensivstation, eine Steuerung des Hirndrucks und Verlaufs-CT angemessen sein. Bei Patienten unter Blutverdünnern ist die Aufhebung der Medikamentenwirkung ein wichtiger Teil der Behandlung.

Verlauf und Genesung

Der Verlauf eines akuten Subduralhämatoms hängt im Allgemeinen eng mit der Schwere der begleitenden Hirnschädigung zusammen und kann schwerwiegender sein als der eines chronischen Subduralhämatoms. Alter, Bewusstseinsgrad bei der Aufnahme (Glasgow Coma Scale) und Hämatomgröße beeinflussen alle das Ergebnis. Bei Patienten, die relativ wach sind, können die Ergebnisse günstiger ausfallen. Die Versorgung wird von einem multidisziplinären Team geplant; die Ergebnisse variieren von Patient zu Patient, und kein Ergebnis kann garantiert werden.

Quellen

  1. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1076-1081.
  2. Bullock MR, Chesnut R, Ghajar J, et al. Surgical management of acute subdural hematomas. Neurosurgery. 2006;58(3 Suppl):S16-S24.
  3. Carney N, Totten AM, O'Reilly C, et al. Guidelines for the Management of Severe Traumatic Brain Injury. 4th ed. Neurosurgery. 2017;80(1):6-15.
Autor / Redakteur
BVS Doctors Medizinisches Redaktionsgremium
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.