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Operationstechniken

Mikrochirurgisches Aneurysma-Clipping

Das Aneurysma-Clipping ist ein offener mikrochirurgischer Eingriff, bei dem ein kleiner Titanclip über den Hals eines Hirnaneurysmas gesetzt wird, um es aus dem Kreislauf auszuschalten. Es ist eine dauerhafte Behandlungsoption, die eine erneute Blutung verhindern und zugleich den Blutfluss im Muttergefäß erhalten soll.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-08

Definition

Das Aneurysma-Clipping ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der unter dem Operationsmikroskop durchgeführt wird; der Zugang zum Gehirn erfolgt über eine Kraniotomie (vorübergehende Entfernung eines Knochendeckels aus dem Schädel). Der Hals des Aneurysmas wird präpariert und freigelegt, und ein federbelasteter Titanclip wird darüber angelegt. Der Clip trennt den Aneurysmasack vom Kreislauf des Muttergefäßes und verhindert, dass Blut hineinströmt. Der Sack thrombosiert dann mit der Zeit, und das Rupturrisiko wird beseitigt.

Indikationen

Das Clipping kann sowohl bei rupturierten Aneurysmen (die eine Subarachnoidalblutung verursachen) als auch bei ausgewählten nicht rupturierten intrakraniellen Aneurysmen eingesetzt werden. Es wird häufig bei breithalsigen Aneurysmen, solchen mit Gefäßabgängen oder bei Anatomien bevorzugt, die für ein endovaskuläres Coiling ungeeignet sind. Es ist auch bei jüngeren Patienten und dann wertvoll, wenn ein begleitendes intrazerebrales Hämatom entlastet werden muss. Bei nicht rupturierten Aneurysmen wird die Entscheidung individuell getroffen, indem das Rupturrisiko gegen das Operationsrisiko abgewogen wird.

Methode

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Es wird eine der Aneurysmalokalisation angepasste Kraniotomie angelegt; einer der häufigsten Zugänge ist der pterionale Zugang. Das Aneurysma wird erreicht, indem die natürlichen arachnoidalen Räume (Zisternen) vorsichtig eröffnet werden, anstatt sich auf eine Hirnretraktion zu stützen. Nachdem das Muttergefäß und seine Äste identifiziert und geschützt wurden, wird ein Clip über den Aneurysmahals gesetzt. Eine intraoperative Angiographie, eine Indocyaningrün-Videoangiographie oder ein Mikro-Doppler dient dazu, die korrekte Clipposition und den erhaltenen Fluss im Muttergefäß zu bestätigen.

Vorteile und Grenzen

Das Clipping bietet einen robusten und meist dauerhaften Verschluss; der langfristige Bedarf an erneuter Behandlung ist tendenziell geringer als bei endovaskulären Verfahren. Es ermöglicht die Entlastung eines begleitenden Hämatoms in derselben Sitzung. Andererseits ist es als offener Eingriff invasiver, die Genesung dauert länger, und es kann bei tief gelegenen oder im hinteren Kreislauf liegenden Aneurysmen technisch anspruchsvoll sein. Die Wahl zwischen Clipping und endovaskulärer Behandlung hängt von der Aneurysma-Anatomie und patientenspezifischen Faktoren ab.

Genesung und Risiken

Nach der Operation werden die Patienten in der Regel für einen Zeitraum auf der Intensivstation überwacht; die Genesungszeit hängt davon ab, ob das Aneurysma rupturiert war, und vom Allgemeinzustand. Mögliche Risiken sind intraoperative Blutungen, Schlaganfall, Krampfanfälle, Infektionen, eine Verengung des Muttergefäßes und narkosebedingte Komplikationen. In rupturierten Fällen können zusätzliche Probleme wie Vasospasmus und Hydrozephalus auftreten. Kein Ergebnis kann garantiert werden; Entscheidungen werden individuell getroffen.

Quellen

  1. Lawton MT. Seven Aneurysms: Tenets and Techniques for Clipping. Thieme; 2011:13-26.
  2. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1457-1462.
  3. Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011.
  4. Molyneux A, et al. International Subarachnoid Aneurysm Trial (ISAT): clipping versus coiling. Lancet. 2002.
  5. StatPearls — Cerebral Aneurysm Surgery. NCBI Bookshelf. 2024.
Autor / Redakteur
Assoc. Prof. Dr. Özgür Akşan
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.