Karotis-Endarteriektomie
Die Karotis-Endarteriektomie ist ein gefäßchirurgischer Eingriff, bei dem die an der Innenfläche der Halsschlagader (Karotis) im Hals abgelagerte arteriosklerotische Plaque chirurgisch entfernt wird. Sie wird durchgeführt, um das Risiko eines Schlaganfalls und einer transitorischen ischämischen Attacke infolge einer Karotisstenose zu senken.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-09
Definition
Die Karotis-Endarteriektomie ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die in der das Gehirn versorgenden inneren Halsschlagader entstandene arteriosklerotische Plaque durch Eröffnung des Gefäßes entfernt wird. Während des Eingriffs wird die Arterie vorübergehend kontrolliert, die für die Verengung verantwortliche Plaque und die damit verbundene geschädigte Innenschicht werden beseitigt, und das Gefäß wird anschließend mit Nähten oder einem Patch verschlossen. Ziel ist es, den Blutfluss durch die verengte Arterie zu verbessern und zu verhindern, dass von der Plaque ausgehende Gerinnselfragmente ins Gehirn gelangen. Es handelt sich um ein seit Langem etabliertes Verfahren mit einer umfangreichen klinischen Evidenzbasis in der chirurgischen Behandlung der Karotisstenose.
Indikationen
Die Karotis-Endarteriektomie wird bei Patienten mit einer in der Bildgebung (Doppler-Ultraschall, CT- oder MR-Angiographie) nachgewiesenen signifikanten Karotisstenose erwogen. Die stärkste Indikation besteht bei Patienten, die eine der Stenose auf derselben Seite zuzuschreibende transitorische ischämische Attacke oder einen Schlaganfall erlitten haben (symptomatisch) und einen definierten Verengungsgrad erreicht haben; NASCET und ähnliche Studien haben den Nutzen in dieser Gruppe definiert. Bei asymptomatischer hochgradiger Stenose wird die Entscheidung individuell nach Allgemeinzustand des Patienten, Lebenserwartung und operativem Risiko getroffen. Die Beurteilung berücksichtigt den Stenosegrad, die Plaquemerkmale und die Begleiterkrankungen des Patienten gemeinsam.
Methode
Der Eingriff wird unter Allgemein- oder Regionalanästhesie durchgeführt, wobei der Patient in Rückenlage liegt und der Kopf leicht zur Seite gedreht ist. Entlang der Halsschlagader im Hals wird ein Schnitt gesetzt, um die gemeinsame, innere und äußere Halsschlagader freizulegen und zu kontrollieren. Vor der Eröffnung des Gefäßes wird es abgeklemmt; bei Bedarf kann ein temporärer Shunt eingelegt werden, um die zerebrale Durchblutung aufrechtzuerhalten. Die Arterie wird längs eröffnet, die Plaque wird zusammen mit der Innenschicht sorgfältig abgelöst, und die Arterienwand wird geglättet. Das Gefäß wird direkt oder mit einem Patch verschlossen, die Klemmen werden gelöst und der Fluss wird überprüft; während des gesamten Eingriffs können neurologische Überwachungsmethoden eingesetzt werden.
Vorteile und Grenzen
Die Karotis-Endarteriektomie ist ein Verfahren mit langer klinischer Erfahrung, gestützt durch randomisierte Studien, die ein verringertes Schlaganfallrisiko bei symptomatischer hochgradiger Stenose zeigen, und sie ermöglicht die direkte Entfernung der Plaque. Im Vergleich zur Karotis-Stentimplantation, einer Alternative, hat jede Option in bestimmten Patientengruppen ihre eigenen Vorteile und Risiken; die Wahl des Verfahrens variiert mit Alter, Gefäßanatomie und Begleiterkrankungen. Die Operation kann eingeschränkt sein, wenn die Halsanatomie ungünstig ist, bei sehr hoch gelegenen Stenosen oder bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen. Nicht alle Stenosen erfordern eine Operation; manche Fälle werden mit medikamentöser Therapie behandelt.
Genesung und Risiken
Die Patienten werden nach dem Eingriff in der Regel für eine kurze Zeit engmaschig überwacht, mit Kontrolle von Blutdruck und neurologischem Status. Mögliche Risiken sind ein Schlaganfall während oder nach dem Eingriff, Blutungen und ein Halshämatom, Wundinfektion, vorübergehende oder bleibende Beeinträchtigungen benachbarter Nerven (zum Beispiel Veränderungen von Stimme oder Schlucken) sowie ein erneutes Auftreten der Verengung im Laufe der Zeit. Obwohl es sich um einen Eingriff zur Senkung des Schlaganfallrisikos handelt, kein Ergebnis kann garantiert werden; die Entscheidung wird individuell getroffen, indem der klinische Zustand des Patienten, die Bildgebungsbefunde, die alternativen Behandlungen und die Erwartungen gemeinsam berücksichtigt werden.
Quellen
- Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1545-1559.
- Spetzler RF, Kalani MYS, Nakaji P, eds. Neurovascular Surgery. 2nd ed. Thieme; 2015.
- North American Symptomatic Carotid Endarterectomy Trial (NASCET) Collaborators. Beneficial effect of carotid endarterectomy in symptomatic patients with high-grade carotid stenosis. N Engl J Med. 1991.
- Kleindorfer DO, et al. 2021 Guideline for the Prevention of Stroke in Patients With Stroke and Transient Ischemic Attack. AHA/ASA. Stroke. 2021.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.