Operation eines Konvexitätsmeningeoms (Kraniotomie)
Die Operation eines Konvexitätsmeningeoms ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem gutartige Tumoren, die von den die äußere Oberfläche des Gehirns (die Konvexität) bedeckenden Häuten ausgehen, mittels Kraniotomie entfernt werden. Den Tumor und die befallene Hirnhaut so vollständig wie möglich zu entfernen, zielt darauf ab, die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs zu verringern.
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-09
Definition
Meningeome sind meist gutartige, langsam wachsende Tumoren, die von den Häuten (Meningen) ausgehen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Ein Konvexitätsmeningeom bezeichnet einen Tumor, der über der äußeren Oberfläche des Gehirns liegt, relativ weit entfernt von großen Gefäßstrukturen; diese Lage macht den chirurgischen Zugang direkter als bei anderen Schädelbasislokalisationen. In der chirurgischen Behandlung wird der Tumor über eine Kraniotomie erreicht, bei der ein Teil des Schädels vorübergehend entfernt wird. Ziel ist es, den Tumor und die befallene Hirnhaut in angemessenem Umfang zu entfernen, den Druck auf das Gehirn zu lindern und eine Gewebediagnose zu erhalten.
Indikationen
Die Operation eines Konvexitätsmeningeoms wird bei Tumoren erwogen, die in der Bildgebung (meist kontrastverstärkte MRT) nachgewiesen wurden und die symptomatisch sind oder eine Wachstumstendenz zeigen. Krampfanfälle, Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle entsprechend der Tumorlage (Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen) oder ausgeprägte Kompressionszeichen stützen die Entscheidung zur Operation. Kleine, asymptomatische, nicht wachsende Meningeome können in manchen Fällen mit regelmäßiger Bildgebung beobachtet statt operiert werden. Die Entscheidung wird getroffen, indem Größe, Lage und Wachstumsrate des Tumors sowie Alter, Allgemeinzustand und Symptome des Patienten gemeinsam berücksichtigt werden.
Methode
Der Eingriff wird unter Allgemeinanästhesie durchgeführt; der Patient wird entsprechend der Tumorlage gelagert und der Kopf fixiert. Nach Eröffnung der Haut- und Muskelschichten wird ein Knochendeckel aus dem Schädel entfernt (Kraniotomie), um die Dura zu erreichen, die dann eröffnet wird. Unter dem Operationsmikroskop wird der Tumor sorgfältig vom umgebenden Hirngewebe getrennt; seine versorgenden Gefäße werden kontrolliert, und er wird so vollständig wie möglich zusammen mit der befallenen Dura entfernt. Das Ausmaß der Entfernung wird in der Regel anhand der Simpson-Gradeinteilung beschrieben; die befallene Hirnhaut und bei Bedarf der angrenzende Knochen werden ebenfalls beurteilt. Nach der Blutstillung wird die Dura repariert, der Knochendeckel wieder eingesetzt und die Schichten werden verschlossen; das entfernte Gewebe wird zur pathologischen Untersuchung gesandt.
Vorteile und Grenzen
Die Konvexitätslage stellt unter den Meningeomen eine chirurgisch relativ gut zugängliche Gruppe dar und ermöglicht in vielen Fällen eine weite Entfernung des Tumors zusammen mit der befallenen Hirnhaut; eine vollständige Entfernung kann die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs verringern. Die Operation liefert zudem eine definitive Gewebediagnose. Allerdings können die Größe des Tumors, seine Nähe zum Hirngewebe und seine Beziehung zu wichtigen Gefäßen oder funktionellen Arealen das Ausmaß der Entfernung begrenzen. Der Tumorgrad (gutartig, atypisch oder bösartig) beeinflusst den Verlauf und den Bedarf an zusätzlicher Behandlung; manche Fälle können eine postoperative Strahlentherapie oder Überwachung erfordern. Nicht jedes Meningeom erfordert eine Operation.
Genesung und Risiken
Die Genesungsdauer variiert je nach Lage und Größe des Tumors und dem Allgemeinzustand des Patienten; die Patienten werden in der Regel für eine Zeit unter neurologischer Beobachtung gehalten. Mögliche Risiken sind Blutungen, Infektionen, Hirnödem, Krampfanfälle, ein Liquoraustritt sowie vorübergehende oder bleibende neurologische Ausfälle entsprechend der Tumorlage. Selbst wenn der Tumor vollständig entfernt wird, kann im Laufe der Zeit ein Rezidiv auftreten, und eine Nachsorge mit regelmäßiger Bildgebung ist erforderlich. Kein Ergebnis kann garantiert werden; die Entscheidung wird individuell getroffen, indem der klinische Zustand des Patienten, die Bildgebungsbefunde, das pathologische Ergebnis und die Erwartungen gemeinsam berücksichtigt werden.
Quellen
- Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:803-817.
- DeMonte F, McDermott MW, Al-Mefty O, eds. Al-Mefty's Meningiomas. 2nd ed. Thieme; 2011:135-141.
- Simpson D. The recurrence of intracranial meningiomas after surgical treatment. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1957.
- Goldbrunner R, et al. EANO guideline on the diagnosis and management of meningiomas. Neuro-Oncology. 2021.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.