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Operationstechniken

Embolisation der A. meningea media (chronisches Subduralhämatom)

Die Embolisation der A. meningea media (MMA) ist ein endovaskuläres Verfahren, das die kleinen duralen Gefäße verschließt, von denen angenommen wird, dass sie ein chronisches Subduralhämatom versorgen. Es zielt darauf ab, das erneute Füllen und das Wiederauftreten des Hämatoms zu verringern, und kann allein oder zusätzlich zur chirurgischen Drainage durchgeführt werden.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-09

Definition

Die MMA-Embolisation ist ein Verfahren, bei dem die A. meningea media, die die Dura versorgt, endovaskulär verschlossen wird. Bei chronischen Subduralhämatomen wird angenommen, dass die das Hämatom umgebenden Membranen von brüchigen, undichten Gefäßen versorgt werden, die aus dieser Arterie entspringen; das Abschneiden dieser Quelle kann dem Hämatom helfen, mit der Zeit zu schrumpfen und sich nicht mehr zu füllen. Der Eingriff wird über die Leistenarterie mit einem Mikrokatheter durchgeführt, wobei das Gefäß mit einem flüssigen Embolisat oder kleinen Partikeln verschlossen wird. Die Evidenzlage entwickelt sich, und das Verfahren wird derzeit von einigen Gesundheitsbehörden in ausgewählten Situationen empfohlen.

Indikationen

Die MMA-Embolisation kann bei Patienten mit chronischem Subduralhämatom erwogen werden, insbesondere bei solchen mit hohem Rezidivrisiko nach Operation oder mit wiederkehrenden Ansammlungen, und in einigen Fällen als Alternative zur chirurgischen Drainage. Bei Patienten mit leichten bis mäßigen Symptomen und ohne signifikante Kompressionszeichen kann sie als eigenständige Option bewertet werden. Die Entscheidung wird unter gemeinsamer Berücksichtigung von Hämatomgröße und Masseneffekt, neurologischem Status des Patienten, Einnahme blutverdünnender Medikamente und Gesamtgesundheit getroffen. Im Vereinigten Königreich hat NICE dieses Verfahren (IPG779) als eines behandelt, das unter spezifischen Voraussetzungen angewendet werden kann.

Vorgehen

Der Eingriff wird in der Regel in einem Angiographieraum unter Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt. Eine Schleuse wird in die Leisten- (femorale) Arterie eingebracht und ein Katheter über die A. carotis externa in die A. meningea media vorgeschoben. Mittels Angiographie werden die Gefäßanatomie und gefährliche Anastomosen (zum Beispiel Verbindungen zur A. ophthalmica) beurteilt. Sobald der Mikrokatheter in sicherer Position liegt, werden die Arterie und ihre Äste mit einem flüssigen Embolisat, Partikeln oder Coils verschlossen. Nach Bestätigung eines ausreichenden Verschlusses durch eine Kontrollangiographie werden die Katheter zurückgezogen und die Zugangsstelle verschlossen.

Vorteile und Grenzen

Die MMA-Embolisation ist eine minimalinvasive Option, die ohne Eröffnung des Schädels durchgeführt wird und darauf abzielt, die Rezidivrate beim chronischen Subduralhämatom zu senken; bei geeigneten Patienten kann sie eine Ergänzung zur Operation oder eine Alternative bieten. Ihre Wirkung tritt jedoch nicht sofort ein, sondern zeigt sich, während das Hämatom über Wochen langsam zurückgeht, sodass sie bei Notfällen mit ausgeprägter Kompression und rascher Verschlechterung allein möglicherweise nicht geeignet ist. Die Evidenzlage entwickelt sich und die Langzeitergebnisse werden noch untersucht; es ist ein erfahrenes Team der interventionellen Neuroradiologie erforderlich.

Erholung und Risiken

Nach dem Eingriff erholen sich viele Patienten rasch; der Rückgang des Hämatoms wird in der Regel mit Bildgebung verfolgt und kann Wochen dauern. Mögliche Risiken sind eine unbeabsichtigte Verschleppung des Embolisats in andere Gefäße mit resultierendem Schlaganfall oder Sehstörungen, vorübergehende Schmerzen im Gesichts- oder Kopfbereich, eine Blutung an der Zugangsstelle und ein Ausbleiben des Rückgangs oder eine Vergrößerung des Hämatoms. Einige Patienten benötigen dennoch eine chirurgische Drainage. Kein Ergebnis kann garantiert werden; die Entscheidung wird individuell getroffen, indem der klinische Zustand des Patienten, die Bildgebungsbefunde und seine Erwartungen gemeinsam berücksichtigt werden.

Quellen

  1. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1080-1084.
  2. Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011.
  3. NICE Interventional Procedures Guidance IPG779 — Middle meningeal artery embolisation for chronic subdural haematoma. 2024.
  4. Link TW, et al. Middle meningeal artery embolization for chronic subdural hematoma. Neurosurgery. 2019.
Autor / Redakteur
BVS Doctors Medizinisches Redaktionsgremium
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.