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Hirntumoren

Nichtfunktionelles Hypophysenadenom

Nichtfunktionelle Hypophysenadenome sind Tumoren, die von der Hypophyse ausgehen und kein klinisches Syndrom eines Hormonüberschusses verursachen. Da sie langsam wachsen, werden sie meist in großer Größe (Makroadenom) mit Symptomen durch Druck auf umgebende Strukturen diagnostiziert.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-07

Definition

Nichtfunktionelle Hypophysenadenome (NFPA) sind Tumoren, die von der Hypophyse ausgehen und kein ausgeprägtes klinisches Bild durch übermäßige Hormonsekretion hervorrufen. Sie machen einen erheblichen Anteil der Hypophysenadenome aus. Da sie langsamer wachsen als funktionelle Adenome, werden sie oft später und in größerer Größe (Makroadenom über 10 mm) diagnostiziert. In der aktuellen Klassifikation wird für diese Tumoren auch der Begriff „neuroendokriner Hypophysentumor“ (PitNET) verwendet.

Klassifikation und Merkmale

Die aktuelle Klassifikation gruppiert Hypophysentumoren nach Zelllinie (Transkriptionsfaktor-Expression). Die meisten nichtfunktionellen Adenome sind gonadotrope Tumoren (SF-1-Linie) und verlaufen im Allgemeinen weniger aggressiv. Einige Subtypen (zum Beispiel stille kortikotrope Adenome) können sich invasiver verhalten und neigen stärker zum Rezidiv. Die endgültige Klassifikation erfolgt durch immunhistochemische Untersuchung des Gewebes nach der Operation.

Symptome

Die häufigsten Symptome entstehen durch den Druck des Tumors auf umgebende Strukturen. Druck auf das Chiasma opticum verursacht klassischerweise einen Verlust der äußeren Gesichtsfelder auf beiden Seiten (bitemporale Hemianopsie), und die Sehschärfe kann abnehmen. Kopfschmerzen sind häufig. Die Unterdrückung des normalen Hypophysengewebes kann Hormonmangel verursachen (Müdigkeit, sexuelle Funktionsstörung, Menstruationsstörungen). Eine leichte Prolaktinerhöhung durch Kompression des Hypophysenstiels kann auftreten. Plötzliche heftige Kopfschmerzen mit Sehverlust sind ein Notfall, der auf eine Einblutung in den Tumor (Apoplexie) hinweist.

Diagnose

Die kontrastverstärkte Hypophysen-MRT ist der Goldstandard für die Diagnose; sie zeigt die Größe des Tumors, die suprasellare Ausdehnung, die Beziehung zum Chiasma opticum und die Beteiligung des Sinus cavernosus (Knosp-Graduierung). Die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) ist sowohl für die Diagnose als auch für die Nachsorge zwingend. Die hormonelle Abklärung untersucht sowohl eine Hypophyseninsuffizienz als auch eine okkulte Hormonsekretion (stilles Adenom). Die immunhistochemische Untersuchung nach der Operation liefert die endgültige Diagnose.

Behandlung

Bei Sehstörung, deutlichem Masseneffekt, Hormoninsuffizienz oder fortschreitendem Wachstum ist die Operation die Erstlinienbehandlung. In der modernen Praxis wird die Operation weitgehend über den endoskopischen endonasalen (durch die Nase) transsphenoidalen Zugang durchgeführt. Wenn der Tumor kritische Strukturen wie den Sinus cavernosus umschließt, ist eine vollständige Entfernung nicht immer möglich; ein Rest-/Rezidivtumor wird mit stereotaktischer Radiochirurgie oder fraktionierter Strahlentherapie behandelt. Die medikamentöse Therapie spielt bei diesen Tumoren eine begrenzte Rolle.

Nachsorge und Prognose

Nach der Operation umfasst die Nachsorge Gesichtsfelduntersuchung, Hypophysen-MRT und ein Hormonpanel; bei Patienten, die einen Hormonmangel entwickeln, wird eine Substitutionstherapie eingeleitet. Das Rezidivrisiko ist bei vollständiger Entfernung geringer, eine langfristige Überwachung wird jedoch empfohlen. Bei asymptomatischen, kleinen und nicht wachsenden Tumoren kann ein abwartendes Vorgehen angemessen sein. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Patient und können nicht garantiert werden.

Quellen

  1. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:861-873.
  2. Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:1481-1509.
  3. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018:795-807.
  4. Freda PU, et al. Pituitary Incidentaloma: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2011.
Autor / Redakteur
BVS Doctors Medizinisches Redaktionsgremium
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.