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Operationstechniken

Stereotaktische Radiochirurgie (Gamma Knife / CyberKnife)

Die stereotaktische Radiochirurgie (SRS) ist eine schnittfreie Behandlung, bei der eine hohe Strahlendosis mit millimetergenauer Präzision in einer einzigen Sitzung oder in wenigen Sitzungen auf ein Ziel im Gehirn oder Rückenmark fokussiert wird. Gamma Knife und CyberKnife sind zwei typische Systeme, die diesen Ansatz umsetzen.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-09

Definition

Die stereotaktische Radiochirurgie ist ein Strahlentherapieverfahren, bei dem viele dünne Strahlenbündel so fokussiert werden, dass sie sich an einem definierten Ziel kreuzen und eine hohe Dosis in einem kleinen Volumen abgeben. Trotz des Namens „Chirurgie“ wird kein Schnitt vorgenommen; die Wirkung beruht auf der an das Zielgewebe abgegebenen Strahlendosis. Das Gamma Knife nutzt Gammastrahlen aus Kobalt-60-Quellen, während das CyberKnife den Strahl mit einem Linearbeschleuniger (Linac) an einem Roboterarm lenkt. Die Behandlung kann in einer einzigen Sitzung (Radiochirurgie) oder auf wenige Sitzungen verteilt (fraktioniert stereotaktisch) erfolgen.

Indikationen

Die SRS wird für ausgewählte intrakranielle Ziele in Betracht gezogen, deren Grenzen in der Bildgebung klar definiert werden können. Typische Anwendungen umfassen Hirnmetastasen, das Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom), das Meningeom, Hypophysenadenome, arteriovenöse Malformationen sowie funktionelle Erkrankungen wie die Trigeminusneuralgie. Die Eignung wird anhand von Läsionsgröße, Lage, Abstand zu kritischen Strukturen und dem Allgemeinzustand des Patienten beurteilt. Nicht jede Läsion ist geeignet; bei großvolumigen oder diffusen Zielen können andere Behandlungen bevorzugt werden.

Verfahren

Vor der Behandlung werden hochauflösende MRT- und/oder CT-Bilder erstellt und das Ziel sowie die umliegenden Risikoorgane im Detail definiert. Zur Sicherstellung der Zielgenauigkeit werden Fixierungsmethoden wie ein stereotaktischer Rahmen (rahmenbasiert) oder eine thermoplastische Maske verwendet. Der Behandlungsplan wird so erstellt, dass die vorgesehene Dosis an das Ziel abgegeben und das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Der Patient wird auf dem Behandlungstisch positioniert und das System fokussiert die Strahlen aus den geplanten Winkeln auf das Ziel; der Eingriff wird in der Regel ambulant und ohne Anästhesie durchgeführt.

Vorteile und Grenzen

Zu den berichteten möglichen Vorteilen gehören der Verzicht auf einen Schnitt, das Wegfallen einer Vollnarkose in den meisten Fällen und die Möglichkeit, eine relativ niedrige Dosis an das umliegende Gewebe abzugeben. Die Wirkung tritt jedoch nicht sofort, sondern mit der Zeit ein; das Schrumpfen oder die Kontrolle des Tumors kann Monate dauern. Eine offene Operation kann bei großvolumigen Läsionen, ausgeprägtem Masseneffekt oder wenn eine Gewebediagnose erforderlich ist, geeigneter sein. Die Ergebnisse hängen von Art und Größe des Ziels sowie von der Patientenauswahl ab.

Erholung und Risiken

Nach der Behandlung kehren viele Patienten rasch zu ihren täglichen Aktivitäten zurück; der Erholungsverlauf variiert je nach Ziel und abgegebener Dosis. Mögliche Risiken umfassen vorübergehende Müdigkeit, Kopfschmerzen, ein Ödem im Bereich des behandelten Areals, eine späte Strahlennekrose sowie neurologische Beeinträchtigungen bei Zielen in der Nähe kritischer Strukturen. Kein Ergebnis kann garantiert werden; die Entscheidung wird individuell getroffen, indem der klinische Zustand des Patienten zusammen mit den Bildgebungsbefunden berücksichtigt wird.

Quellen

  1. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1903-1907.
  2. Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:1788-1794.
  3. Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet: Operative Neurosurgical Techniques. 7th ed. Elsevier; 2021:1055-1061.
  4. Leksell L. The stereotaxic method and radiosurgery of the brain. Acta Chir Scand. 1951.
Autor / Redakteur
BVS Doctors Medizinisches Redaktionsgremium
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.