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Gefäßerkrankungen

Chronisches Subduralhämatom

Ein chronisches Subduralhämatom ist eine alte Blutansammlung, die sich über Wochen bis Monate langsam zwischen der Dura mater und der Arachnoidea, den das Gehirn bedeckenden Häuten, ansammelt. Es ist bei älteren Erwachsenen und bei Personen unter Blutverdünnern am häufigsten; die meisten Fälle werden mit einer Bohrlochdrainage erfolgreich behandelt.

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-07

Definition

Ein chronisches Subduralhämatom (cSDH) ist eine meist über 21 Tage alte Blutansammlung, die sich langsam im Subduralraum zwischen der Dura mater und der Arachnoidea ansammelt. Die anfängliche kleine Blutung organisiert sich mit der Zeit, und es bildet sich eine gefäßreiche Kapsel (Membran) um sie herum. Wiederholte kleine Blutungen aus dieser Kapsel führen dazu, dass sich die Ansammlung über Wochen bis Monate langsam vergrößert. In einem Teil der Fälle ist das Hämatom beidseitig.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein chronisches Subduralhämatom entsteht meist bei älteren Erwachsenen nach einer leichten oder nicht erinnerten Kopfverletzung. Die Hirnatrophie lässt die Brückenvenen gedehnt und fragil zurück, sodass schon eine geringe Belastung eine Blutung auslösen kann. Wichtige Risikofaktoren sind fortgeschrittenes Alter, die Einnahme von Blutverdünnern (Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmer), Alkoholkonsum, Gerinnungsstörungen und ein zuvor angelegter Liquorshunt.

Symptome

Die Symptome beginnen meist schleichend und schreiten über Tage bis Wochen fort. Häufige Merkmale sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Vergesslichkeit, Schwäche einer Körperhälfte (Hemiparese), Gleichgewichts- und Gangstörungen, Sprachschwierigkeiten und gelegentlich Krampfanfälle. Das Bild kann andere neurologische Erkrankungen nachahmen und sich gelegentlich mit fortschreitender Demenz, Gangstörung und Harninkontinenz äußern. Ein chronisches Subduralhämatom sollte daher bei älteren Erwachsenen mit neuen neurologischen Symptomen in Betracht gezogen werden.

Diagnose

Die erste Untersuchung ist meist eine Computertomografie (CT) des Gehirns. Ein chronisches Subduralhämatom erscheint typischerweise als sichelförmige, der Hirnoberfläche folgende Ansammlung und kann je nach Alter hypodens (dunkel) oder von gemischter Dichte sein. Innere Septierungen und Membranen weisen auf eine Verkapselung hin. Die MRT ist wertvoll bei Hämatomen, die zum Gehirn isodens sind oder deren Alter bestimmt werden soll; FLAIR- und suszeptibilitätsgewichtete Sequenzen helfen, die Ansammlung und Mikroblutungen zu unterscheiden.

Behandlung

Bei symptomatischen chronischen Subduralhämatomen oder solchen mit Masseneffekt ist die Standardbehandlung die operative Drainage über ein Bohrloch (eine kleine Öffnung im Schädel); im Subduralraum kann eine temporäre Drainage eingelegt werden. Eine Twist-Drill-Drainage oder bei verkalkten oder stark septierten Hämatomen eine Kraniotomie wird in ausgewählten Fällen bevorzugt. Kleine, asymptomatische Ansammlungen können sich bei manchen Patienten spontan zurückbilden und engmaschig beobachtet werden. Blutverdünner werden überprüft und gegebenenfalls vorübergehend abgesetzt, ihre Wirkung bei Bedarf aufgehoben; der Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Therapie wird vom Arzt individuell festgelegt.

Rezidiv und Embolisation der Arteria meningea media

Ein erneutes Anwachsen des Hämatoms (Rezidiv) kann in einem Teil der Fälle auftreten; beidseitige Lokalisation, Septierung, Gerinnungsstörungen und die Einnahme von Blutverdünnern erhöhen das Rezidivrisiko. Rezidive können erneut drainiert werden. In den letzten Jahren wird die Embolisation der Arteria meningea media – allein oder zusätzlich zur Operation – als Option eingesetzt, um durch Verringerung der Blutversorgung der Hämatomkapsel das Rezidivrisiko zu senken.

Prognose

Das chronische Subduralhämatom hat einen weit besseren Verlauf als das akute Subduralhämatom, und die operative Drainage liefert in der Regel günstige Ergebnisse; Symptome wie Gangstörung und Verwirrtheit können sich rasch bessern. Dennoch hängen die Ergebnisse vom Alter des Patienten, dem Allgemeinzustand, den Begleiterkrankungen und vom Auftreten eines Rezidivs ab. Die Ergebnisse sind individuell und können nicht garantiert werden.

Quellen

  1. Greenberg MS. Greenberg's Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1083-1086.
  2. Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:535-543.
  3. Kolias AG, et al. Chronic subdural haematoma: modern management and emerging therapies. Nat Rev Neurol. 2014.
  4. Link TW, et al. Middle Meningeal Artery Embolization for Chronic Subdural Hematoma. Neurosurgery. 2019.
Autor / Redakteur
BVS Doctors Medizinisches Redaktionsgremium
Facharzt für Neurochirurgie
langjährige Facherfahrung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung sind individuell.